Lass uns doch spazieren gehen

Ich habe das Gefühl, den richtigen Partner für sein Leben zu finden, wird immer schwieriger. Vielleicht ist es eine Frage des Alters, der eigenen Erfahrungen oder Erwartungen. Heutzutage ziehe ich aber nicht mehr los, um die „eine Frau fürs Leben“ zu finden. Und selbst wenn dem so wäre, wohin soll ich den gehen, um diese eine Frau zu finden? Frauen in Diskotheken oder Bars anzusprechen war für mich schon immer schwierig. Ist sie denn überhaupt auf Partnersuche? Störe ich vielleicht, wenn ich sie einfach so anspreche? Gehe ich angemessen respektvoll und dennoch interessant genug mit ihr um?

Natürlich gibt es heute Online-Dating. Aber um ehrlich zu sein: Online-Dating ist Mist! Entweder es ist ein großes Links-Rechts-Wischspiel, das gar kein Interesse daran hat, dass du einen geeigneten Partner findest – immerhin ziehen sie dir nachgelagert das Geld aus der Tasche. Die Kontakte, wenn sie denn überhaupt entstehen, sind gedanklich auch schon eher wieder beim nächsten Kandidaten, als sich wirklich mit dir auseinanderzusetzen. Oder du zahlst bereits im Voraus eine stattliche Gebühr von hunderten von Euros. Dann ist zwar nur die Hälfte der angezeigten Kontakte aktuell und wiederum ein Drittel reagiert auf deine Anschrift. Weil aber beide Seiten schon eine ganze Menge Geld gezahlt haben, tauscht man sich dann etwas aus. Im niedrigstelligen Prozentbereich kommt es dann sogar zu einem Treffen. Dass daraus dann aber eine Beziehung zwischen zwei Menschen entsteht, liegt eher im Promille-Bereich.

Für mich wird es Zeit etwas Neues auszuprobieren.

Während der Corona-Lockdownzeiten habe ich von den Karlsruher Single-Spaziergängen erfahren. Der herfür verantwortliche Pinguin hatte sich überlegt, wie Dating den funktionieren könnte, obwohl man sich an die damals geltenden Abstandsgebote hält. Also hat sie sich einen kleinen Park ausgesucht, in dem Frau wie Mann im Kreis Spazieren gehen kann – Frauen in die eine Richtung, Männer entgegengesetzt dazu. So begegnet man sich zwangsläufig. Wer sich sympathisch findet, kann sich gegenseitig ansprechen. Wer unsicher ist, läuft (erstmal) weiter.
Damit sich die Bekanntschaftswilligen erkennen und nicht irrtümlich gewöhnliche Spaziergänger ansprechen, gibt es für jeden Teilnehmer einen Sticker, der einem übergewichtigen Pinguin zeigt. Diesen Sticker klebt man sich dann einfach gut sichtbar an.

Warum ausgerechnet ein übergewichtiger Pinguin? Das geht auf eine Zeile des Songs K.B.A.G der Band Jennifer Rostock zurück:

Was ich brauch
ist ein Pinguin mit Übergewicht,
Der für mich das Eis bricht,
 denn ich kann das nicht!

Kein Bock Aber Gästeliste! Das Lyric Video zum Song!. © Jennifer Rostock und andere

Liebe kennt zwar keine Grenzen, trotzdem würde ich eine Beziehung schon gerne mit einer Frau aus Pforzheim führen. Und da ich eher ein Mann der Tat bin und nicht abwarten, bis das Glück zufälligerweise an meine Tür klopf, habe ich mich dazu entschlossen, diese Spaziergänge hier in Pforzheim selbst zu organisieren. Der Pinguin weiß von diesem Vorhaben, betrachtet es wohlwollen und wünscht mir damit viel Glück. Sie selbst hat damit aber nichts zu tun.

Der erste Spaziergang findet am Samstag, den 28. Januar 2023 um 15 Uhr im Enzauenpark in Pforzheim statt. Als Startpunkt habe ich die Brücke nach der Aussichtsplattform an der Enz gewählt. Der Spaziergang geht von hier bis zur nächsten Brücke – dem Steg am Wasserwerk, überquert diesen und führt am Spielplatz vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt. Männer gehen den Weg im Uhrzeigersinn, Frauen im Gegen-Uhrzeigersinn. Ich werde am Startpunkt stehen und die nötigen Pinguin-Sticker an die Interessierten verteilen und gerne auch Fragen beantworten.

https://goo.gl/maps/pCDVCVb7UuYpk97Z6

Weitere Spaziergänge wird es im Februar und März jeweils am letzten Samstag ebenfalls um 15 Uhr geben. Eine Anmeldung ist dabei NICHT erforderlich. Komm einfach vorbei, hole dir bei mir einen Sticker und spaziere darauf los.

Wenn du Anmerkungen zu den Spaziergängen hast, kannst du mir einfach eine E-Mail schreiben oder mein Kontaktformular benutzten.

Ich habe zum Thema auch noch eine Info-Seite erstellt und im Auswahlmenu verlinkt. Ihr könnt diese Seite gerne über die Sozialen Medien oder auch direkt teilen. Die Seite findet ihr unter https://michaelwittmann.de/der-pforzheimer-pinguin-spaziergang-fuer-singles/

Der Deutsche, der auf einem Hügel stieg, um einen Berg zu sehen

Mein Film- und Fernseh-Konsum ist im Laufe des letzten Jahres deutlich gesunken. Tatsächlich war ich noch nie ein starker Viel-Seher. Wo sich früher Schulkameraden für Stunden vor den Fernseher setzen konnten, war mir das immer zu langweilig. Einen Nachmittag mit MTV? Lieber direkt mit Musik beschäftigen, als sich nur davon berieseln lassen.

Durch die verschiedenen Streamer ist das Angebot zwischenzeitlich nochmal deutlich gestiegen. Tatsächlich bin ich froh darüber, dass es Netflix und Co. gibt. Im „klassischen“ Fernsehen ist mir das Angebot zu sehr gesteuert. Als verantwortlicher Filmredakteur beim Fernsehen muss man wohl eine Agenda verfolgen, um seinen Job zu erledigen. Entweder man schmalzt seine Zuschauer mit belanglosem Herzschmerz-Rosamunde-Pillcher-Kram zu, ersäuft sie in belanglosem Billig-Krachwumms-Unsinns-Action oder langweilt sie mit dem nächsten FilmFilmFilmFilm-Ereignis in den Schlaf. Bei den Streamern bekommt man wenigstens für jeden Geschmack und Anspruch etwas zu sehen. Einziger Nachteil hierbei ist, dass es inzwischen so eine gigantische Menge unterschiedlicher Produkte gibt, dass ich oft gar nicht weiß, was ich sehen will. Wenn ich dann unschlüssig durch die Auswahl scrolle, mir dann vielleicht die ersten zwei bis Drei Minuten eines Produktes ansehe, ertappe ich mich oft dabei, dass ich einen kompletten Fernsehabend nur mit der Suche verbracht habe, aber selbst nichts Interessantes gesehen habe. Tatsächlich habe ich inzwischen eine Reihe alter Serien, in die ich einfach frei springen kann, wenn mir der Sinn nach etwas Fernsehunterhaltung ist, ohne dass ich etwas Bestimmtes sehen will. Zudem beschäftige ich mich nun deutlich mehr damit, was es vielleicht zu sehen gibt. Auf YouTube folge ich verschiedenen Film- und Trailer-Kanälen und eine meiner liebsten Quellen ist der Podcast „Zwei wie Pech und Schwafel“ von Robert Hofmann und David Hain.

Natürlich stoße ich damit in meinem Umfeld immer wieder auf Verwunderung. Viele verstehen es nicht, wenn ich meine (digitale) Liste hervorkrame, um zu sehen, ob und was ich denn gerne noch sehen würde. Auch wurde mir schon gesagt, dass mir das Konzept von Netflix & chill wohl nicht so recht geläufig ist. Doch, denn dabei geht es in Wirklichkeit nicht um das was im TV abgeht, sondern eher neben einem auf der Couch. Auch kündige ich Netflix immer gleich wieder zum Monatsende, um nicht in eine Abofalle zu tappen. Und ich buche mir die unterschiedlichen Streamingdienste immer nur abwechselnd, nicht gemeinsam.

Dieses Verhalten birgt den Nachteil, dass ich in Gesprächsrunden um die neuesten Filme und Serien selten mitsprechen kann. Aber da sich die meisten Menschen nicht über den Inhalt austauschen wollen, schmerzt mich das wenig.

Drachenjäger gesucht!

Das soll hier nur ein ganz schneller Aufruf werden!

Ich würde gerne in diesem Jahr mit einer neuen Gruppe ein Pen & Paper Rollenspiel spielen. Als Regelwerk dient Dungeons & Dragons in der 5. Auflage. Gespielt wird in Pforzheim (wahrscheinlich im Projektraum des Cafe Roland, wahrscheinlich vierzehntägig Dienstags).

Ich will mit dieser Gruppe das D&D Starterset und dessen Abenteuer “Die Drachen der Sturmwrack-Insel” spielen. Entsprechend wendet sich diese Gruppe gerne auch an Neulinge oder Leute, die schon lange kein Tisch-Rollenspiel mehr gespielt haben und einfach mal wieder Lust darauf haben.

Wenn du Lust auf Rollenspiel hast, melde dich einfach bei mir. Außer Spaß am Spiel, etwas Zeit an Dienstag Abenden und der Bereitschaft dich in ein aufregendes Abenteuer zu werfen, das die Welt retten wird (oder so ähnlich) brauchst du nur deine Fantasy. Hierzu sind auch ausdrücklich Frauen eingeladen 🙂

Einfach eine E-Mail schreiben oder gerne auch das Kontakt-Formular verwenden.

Dieses Jahr ist wieder Fotocamp

In diesem Jahr ist übrigens auch wieder das Fotocamp Pforzheim am Start. Wer sich fürs Fotografieren begeistert oder wenigstens interessiert, hat vom Freitag Abend, dem 24. März 2023 bis zum Sonntag, dem 26. März 2023 wieder die Gelegenheit, auf Gleichgesinnte zu treffen. (Nähere Infos und Eintrittskarten dazu gibt es auf der Webseite des Fotocamp Pforzheim unter https://www.fotocamppforzheim.de/)

Beim Fotocamp handelt es sich um ein Barcamp mit dem Schwerpunkt Fotografie. Es ist also eine Un-Konferenz – sprich: es gibt kein festgelegtes Programm. Vielmehr bietet das Barcamp nur die Möglichkeit sich über Themen auszutauschen. Es liefert also nur die Örtlichkeit und bringt entsprechend interessierte Menschen zusammen. Für die konkreten Themen sind die Teilnehmer zuständig.

Das klingt vielleicht etwas verwirrend und auch planlos. Tatsächlich ist dieses Konzept aber eine tolle Möglichkeit Neues kenne zu lernen und sich auch direkt mit den jeweiligen “Experten” auszutauschen. Experte ist bei einem Barcamp übrigens jeder – immerhin geht es hier nicht nur irgendwelche Fachvorträge, sondern in erster Linie um eigen Erfahrungswerte, die weitergegeben und ausgetauscht werden.

Engelswanderung in Keltern

Kurz nach Weihnachten habe ich mit einer Meet5-Gruppe eine kleine Wanderung durch die Weinberge in Keltern unternommen. Hintergrund war, dass dort entlang eines Rundweges verschiedene Engelskulpturen aufgestellt waren. Die Skulpturen waren von unterschiedlichen Leuten, teils künstlerisch hochwertig oder auch nur mit Liebe und Begeisterung aufgebaut.
Weil mich sowas immer begeistert, möchte ich hier einige der Skulpturen zeigen, die ich mit meinem Smartphone fotografiert habe. Danke an die Gruppe, dass sie stehts so geduldig auf mich gewartet hat.

Ändert sich im neuen Jahr überhaupt etwas?

Ich kenne niemanden, der sonderlich betrübt darüber ist, dass das Jahr 2022 nun zur Vergangenheit gehört. Im Allgemeinen höre ich „was für ein blödes Jahr!“ Mir geht es da nicht anders. Für mich war 2022 ein Jahr das Auf und Abs. Beruflich bin ich recht optimistisch in das Jahr gestartet mit der Aussicht auf einen tollen, neuen Job. Meine Freude darauf wurde jäh gebremst. Es folgte die Suche nach einem neuen Job. Dieser hat sich tatsächlich recht schnell gezeigt. Leider hat auch dieses Booking sehr unerwartet nach nur sechs Monaten geendet. Aber ich bin ja fleißig. Also habe ich die Jobsuche nochmal auf 11 gedreht und konnte das Jahr auch wieder in Lohn und Brot beenden.

Mit persönlichen Beziehungen ging es mir so ähnlich. Eine tolle Frau kennen gelernt, mich ein paarmal mit ihr getroffen, war überzeugt, dass ich mit ihr vielleicht bis zum Ende aller Tage verbringen möchte, von ihr erfahren, dass sie mich überhaupt nicht mehr sehen möchte. Einige andere Frauen kennen gelernt, geghostet worden, selbst festgestellt, dass die eine oder andere Prinzessin dann doch keine ist, wieder eine Frau mit der Perspektive auf immer kennen gelernt, mir angehört, dass ich ihr zu klein bin. Hier verlasse ich das Jahr mit deutlich weniger Perspektiven.

Dafür lief es bei den Freundschaften deutlich besser. Meine Jungs sind eine Bank! Ich bin sehr dankbar dafür, dass jeder von uns sich ab und an die Zeit freiräumt, damit wir uns sehen können. Das ist nicht immer einfach, da jeder seine unterschiedlichen Verpflichtungen hat. Dass wir das aber dennoch immer wieder schaffen, ist toll! Ich freue mich aber auch darüber, dass ich im vergangenen Jahr einige alte Freundschaften wieder mit Leben füllen konnte. Das war nicht immer mein Verdienst, aber ich habe immer mit Freude mitgewirkt. Und gerade bei Freunden, die ich nach langen Jahren wieder gesehen habe, stellte sich ganz schnell wieder dieses tolle Gefühl der Vertrautheit ein. Ich bin glücklich darüber, dass mir das gelungen ist. Darüber hinaus habe ich aber auch zahlreiche neue Leute kennen gelernt. Zur Mitte des Jahres stellte sich mir die Frage, wie man denn in meinem Alter nun noch neue Leute kennen lernen sollte, die vielleicht zu Freunden werden. Was ich dabei in diesem Jahr anders gemacht habe, ist, diese Frage auch laut zu stellen. Tatsächlich habe ich gelernt, dass mir doch mehr Leute zuhören, als ich mir selbst bislang zugestanden habe. Und so kamen dann auch aus unterschiedlichen Richtungen plötzlich neue Menschen in mein Leben. Insgesamt komme ich beim Thema Freundschaft mit dem größten Optimismus aus dem vergangenen Jahr. Und für das neue Jahr ist immer noch mehr als genug Luft. Es gibt noch zahlreiche alte Freundschaften, an die ich in diesem Jahr anknüpfen will. Und ich freue mich darauf, welche neuen Freundschaften sich in diesem Jahr entwickeln werden. Und darüber hinaus will ich all meine bestehenden Freundschaften nicht vergessen und sie so gut wie eben möglich pflegen.

Was meine Gesundheit angeht, bin ich letztes Jahr mit viel Tatendrang gestartet. Ein regelmäßiges Sport-Programm, die Umstellung meiner Ernährung und ein bewussterer Umgang mit Stress war angesagt. Das hat zu Beginn auch gut geklappt. Aber ich bin nun mal nicht allein auf diesem Planeten. Neben Umwelteinflüssen, anderen Menschen gibt es da auch diese Viren. Keine Sorge, ich will hier nicht auch auf diesem bösen C-Wort herumreiten, aber es hatte in diesem Jahr durchaus einen Effekt auf meine Gesundheit. Hätte mich schlimmer treffen können, aber drei Tage bettlägerig hat gereicht, meine Vorsätze in Gefahr zu bringen. Diese hochkomplexe Maschine, die ich meinen Körper nenne, ist tatsächlich nicht so leicht klein zu bekommen. Die Software, gerade auf den oberen Layern muss aber auch die richtigen Impulse ins System geben. Ok, das war jetzt schon wieder viel technisch anmutender Schnack, der am Ende nur sagen soll: ich hatte zwar zwischen späteren Frühjahr und frühen Herbst einen kleineren Durchhänger, aber eigentlich bin ich gut durch das Jahr gekommen. Die Aussicht aufs neue Jahr ist dabei sogar gut. Allerdings spüre ich mein Alter immer deutlicher. Vielleicht ist das der Grund, warum ich eine größere Motivation habe, gesünder zu leben. Inzwischen liegt mehr Weg hinter mir als vor mir. Und für das neue Jahr nehme ich deutlich mit: Ich bin nicht unsterblich.

Im Grunde sind das nun auch schon die wesentlichen Dinge, für meinen persönlichen Rückblick. Natürlich könnte ich nun noch die Frage aufwerfen, wie es mir wirtschaftlich ergangen ist. Die allgemeine Preisentwicklung ist für viele andere Menschen ein großes Thema des letzten Jahres. Für mich allerdings nicht. Natürlich brauche ich nun auch mehr Geld fürs Leben. In den letzten Jahren habe ich verschiedene Dinge in Angriff genommen, um weniger Geld auszugeben und an anderer Stelle mehr Puffer aufzubauen. Sicherlich handle ich hier auch aus einer gutgestellten Position heraus. Diese gutgestellte Position kommt aber gerade daher, dass ich mir in der Vergangenheit schon Gedanken gemacht habe und mich selbst eingeschränkt habe. Vorrausschauend zu handeln, soll daher auch mein Ansatz für das neue Jahr werden.

Gerade was das vorausschauende Handeln angeht, blicke ich eher pessimistisch auf meine Umwelt. Egal ob große Politik oder das alltägliche Leben im Kleinen, ist bei vielen Menschen geprägt, nur auf unmittelbare Dinge zu reagieren. Hier werden sehr oft sehr viel Energie und Ressourcen (z.B. Geld) verbraten, weil man eine Situation noch verändern will. Das geht oftmals schief.
„Don’t fix it till it’s broke“ wird hier gerne proklamiert. Das gute Pflege und vorausschauendes Handeln die Lebensdauer erhöht wird dabei gerne unterschlagen. Leider steckt der Turbo so fest in den Köpfen der Menschen, dass sich an diesem Verhalten wohl auch in diesem Jahr nichts ändern wird. Hier blicke ich wahrhaft pessimistisch in die Zukunft. Vielleicht hilft es, wenn ich meinen Pessimismus laut in die Welt trage? Vielleicht kann ich so eine langfristige Veränderung herbeiführen? In meinen ureigenen privaten Bereichen hat das Aussprechen des Wunsches nach Veränderung etwas bewirkt.

Wird sich in diesem Jahr also etwas ändern? Wahrscheinlich wenig. Das ist auf der eine Seite gut, da ich in den Bereichen, wo ich in diesem Jahr mit viel Mühe Verbesserungen erreicht habe, weiterhin mit Erfolgen rechnen kann. Auf der anderen Seite muss ich aber wohl hinnehmen, dass sich andere Dinge gar nicht oder nur sehr langsam verbessern werden. Womöglich brauchen die guten Dinge aber eben ihre Zeit. Kein Grund, nicht daran zu arbeiten.

Lasst uns mal über das Wetter sprechen …

Das mit dem Klima ist schon eine seltsame Sache. Bereits zu meiner Schulzeit in den 1980er Jahren, habe ich immer wieder zu hören bekommen, dass wir auf eine dramatische Veränderung des Klimas zusteuern. Und in den letzten zehn Jahren waren diese für uns auch schon unmittelbar erfahrbar. Trotzdem sind wir immer wieder ziemlich überrascht, wenn uns eine weitere extreme Wettersituation trifft.

Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an die Hitzewelle 2019`Oder die „sibirische Kälte“ im März 2018? Oder dass die Jahre 2014 bis 2017 bis dahin die wärmsten Jahre bei uns waren, seit man die Temperaturen regelmäßig erfasst?

Oft höre ich dazu: „Heiße Sommer hat es auch schon früher gegeben“ oder „Eiskalte Winter hat es früher auch schon gegeben“. Natürlich auch „Hochwasser hat es früher auch schon gegeben“ und „Starker Regen hat es früher auch schon gegeben“.
Natürlich hat es auch schon früher extreme Wettersituationen gegeben. Aber ist euch mal aufgefallen, wie sehr sich diese Extreme in den letzten Jahren häufen? Wenn ihr euch darüber einen Überblick verschaffen wollt, hat das Umwelt-Bundesamt eine chronologische Aufstellung verfasst.

Oft habe ich das Gefühl, dass viele Menschen noch nicht so richtig verstanden haben, was Klimawandel denn letztlich bedeutet. Und ja, das ganze Thema ist furchtbar komplex und nicht mal eben so zu erklären. Um die ersten Menschen auf den Mond zu bringen hat es lediglich die Rechenleistung von drei Comodore 64 benötigt. An der Simulation des Weltklimas versuchen sich derzeit verschiedene Computer aus der Top500-Liste der schnellsten Computer-Systeme und nähern sich erst so langsam der Realität.

Ein 1 oder 2 Grad wärmeres Wohnzimmer fühlt sich im Winter auch gar nicht so schlimm an. Und ob ich im Sommer jetzt bei 33 Grad oder 35 Grad schwitze, macht auch keinen großen Unterschied, oder? Wenn du hingegen mit 40 Grad Fieber im Bett liegst, ist dein Arzt zwar ernsthaft besorgt – aber mit 42 Grad Fieber bist du tot.

In Bezug auf das Weltklima wird dabei gerne vergessen, dass sich diese 2 Grad nicht auf die Erwärmung bei uns beziehen. Hier ist die durchschnittliche Erwärmung auf der gesamten Erde gemeint. Und da sind zwei Grad eine ganze Menge. So viel, dass sich die globalen Luft- und Wasserströme ändern und auch mehr Wasser aus den Ozeanen verdampft, was am Ende zu größeren Wolken führt. Und was passiert, wenn Wolken aufgrund geänderter Luftströmungen andere Wege nehmen oder auch schneller und langsamer über uns hinwegziehen, das merken wir gerade.

Vielleicht kannst du das ganze mit dem Klimawandel und dem Umweltschutz aber auch gar nicht mehr hören. Ist in den letzten 40 Jahren auch ein wahres Dauerbrenner-Thema.
In einem Gespräch hat mir mal jemand entgegnet, dass die Natur schon alleine mit den Belastungen fertig würde. Das ist zwar wahr, aber auch unglaublich zynisch. Immerhin geht es bei diesem Thema darum, die Grundlage für unser eigenes Überleben zu schützen – also die Welt um uns selbst herum. Deswegen nennen wir das Ganze auch Umweltschutz. Vielleicht denkst du gerade konkret an die Menschen, die durch den Starkregen in diesem Juli 2021 und dem damit verbundenem Hochwasser ihre Häuser verloren haben.

Der Schaden ist aber wohl viel größer und trifft auch dich schon heute:
Die Versicherungswirtschaft hat im Jahr 2019 schon einen Gesamtschaden von geschätzt 32 Milliarden Dollar angegeben – und dieser Schadenswert dürfte über die Jahre noch erheblich steigen. Diesen Schaden zahlst am Ende du – nämlich direkt und indirekt über deutlich erhöhte Versicherungsprämien.

Am Ende kannst du dagegen aber nur wenig unternehmen. Du würdest ja gern! Deswegen trennst du brav deinen Müll oder fährst vielleicht sogar ein Elektro-Auto. Für die richtig großen Schritte müssten alle mitmachen. Und damit sind nicht nur alle Menschen, sondern auch alle Unternehmen gemeint. Und die Politik hat uns in den letzten Jahren ja immer wieder erklärt, dass das wegen der schwierigen Gesamtsituation nicht geht.

Und dann kommt das Bundesverfassungsgericht und verurteilt unsere Regierung dazu. Und plötzlich geht es doch!

Unsere Politik wäre also doch durchaus in der Lage, Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen. Diese Maßnahmen würden von uns allen zwar im ersten Moment etwas Mühe und Überwindung kosten, sparen uns auf Dauer aber eine ganze Menge Geld und eröffnen uns vielleicht sogar neue Verdienstmöglichkeiten. Das ist nicht nur Wunschdenken. Die aufkeimende Branche der deutschen Solar-Energie hatte gerade angefangen, echte Euros zu verdienen, als dort durch die Politik ca. 80.000 Arbeitsplätze vernichtet wurden, um 20.000 Arbeitsplätze in der Kohle-Industrie zu schützen. Ausgerechnet Kohle-Industrie, die wir ohnehin schon ohne Not mit Subventionen in Millionenhöhe künstlich am Leben erhalten.

Wir könnten also doch Schlimmeres verhindern! Dazu brauchen wir aber Leute an der Spitze unserer Regierung, die das auch wirklich wollen. Wenn ich aber sehe, wie der nächst-mögliche Bundeskanzler als Landesvater in seinem eigenen Bundesland ganze Ortschaften für Braunkohle-Bagger niederreißen lässt oder angesichts von Tot und Verwüstung in seinem Bundesland lieber Späße mit seinen Mitarbeitern macht, dann sehe ich schwarz. Vielleicht sollte ich mir doch besser neue Gummistiefel kaufen.

https://youtu.be/Ow1c2xipK7M

Flächen und Gebiete

Am vergangenen Freitag hat der Pforzheimer Künstler Thomas Olze seine neue Ausstellung “Flächen und Gebiete” in der Galerie Pforzheimer Art vorgestellt.

Da Thomas neben seinem Daytime-Job, seinem Dasein als Künstler und als Kurator bei Stattbad.digital auch ein toller Kerl ist und ich mich zudem gerade über jeden Kulturschaffenden freue, der endlich wieder von den Einschränkungen der letzten Monate befreit ist, habe ich ihn zur Eröffnung besucht.

Herausgekommen ist dabei ein kleines Vlog, das ich hier sehr gerne mit euch teilen möchte.

Wie ein Ei dem anderen

Manchmal fragen mich Menschen, wie das mit meiner Kreativität funktioniert. Meist haben sie mich zuvor etwas wage nach einer Idee oder Inspiration gefragt. Nach etwas Abklopfen der Rahmenbedingungen bin ich dann in der Regel in der Lage, irgendetwas mehr oder weniger Sinnvolles auszuspucken.

Das funktioniert mit verschiedenen Themen, aber am Besten funktioniert es für mich mit Geschichten. Im Herzen bin ich einfach Geschichtenerzähler, habe mich ja auch eingehend mit den Techniken des Schreibens von Geschichten und der Entwicklung des grundlegenden Stoffes beschäftigt. Und ich habe eine Zeit lang jeden Tag mit einer Stunde Zeit den ersten Abriss für eine neue Geschichte entwickelt. Da bleibt einfach etwas hängen.

Heute kam mir die Idee, ob ich das denn eigentlich immer noch kann. Dass ich das früher konnte, kann ich ja mit einem Ordner voller Ideen belegen. Aber vielleicht habe ich es inzwischen verlernt oder bin einfach nicht mehr in Übung? Zeit mich selbst zu überprüfen.

Ausgangspunkt sind zwei Eier. Es darf mich bitte niemand fragen, warum ich gerade auf zwei Eier komme. Das ist einfach jenes Bild, das ich in diesem Moment im Kopf hatte. Vielleicht, weil ich noch genau zwei Eier im Kühlschrank habe?

Eine Geschichte lebt im Grunde immer vom Konflikt. Was kann es aber bei Eiern für einen Konflikt geben? Schließlich gleichen sie doch wie ein Ei dem anderen? Was aber, wenn dem einmal nicht mehr so wäre? Was, wenn z.B. ein Ei deutlich größer wäre als das andere?

Damit lässt sich schon mal was anfangen, trägt den Konflikt aber noch nicht weit genug. Wegen einem womöglich zu großem Ei wird noch keine interessante Geschichte daraus. Was aber, wenn das Huhn, das dieses Ei gelegt hat, einfach nur noch erheblich große Eier legt? Hier wird es schon interessanter, aber doch noch nicht besonders außergewöhnlich. Außergewöhnlich wird es, wenn alle Hühner auf dem Bauernhof erheblich größere Eier legen und auch alle neugeborenen Tiere deutlich größer werden, als ihre Artgenossen auf anderen Höfen.

Damit hat sich jetzt auch schon der Ort der Handlung eingeschlichen: ein Bauernhof. Jetzt müssen wir uns nur noch darüber klar werden, aus wessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Der Bauer oder die Bäuerin lägen vielleicht nahe, aber irgendwie sind sie zu nahe am Geschehen, um die Besonderheit hervorzuheben. Aber wir könnten einen Kniff anwenden, und die Nichte des Bauern dafür verwenden, welche eigentlich gar nicht auf dem Bauernhof, sondern in der entfernten Großstadt lebt und mit Beginn der Geschichte einfach zu Besuch kommt. Grund dafür könnte ja sein, dass sie für einige Zeit ihrem hektischen Berufsalltag als PR-Managerin entkommen muss und sich daher zu Onkel und Tante aufs Land zurückzieht.

Unser Konflikt ist aber noch nicht stark genug. Warum sind die übergroßen Supersize-Eier denn ein Problem? Wahrscheinlich, weil die Eier durch ihre Größe einfach nicht mehr in die handelsüblichen Verpackungen passen und deswegen nicht mehr von den Großhändlern abgenommen werden? Vielleicht sind sie auch für eine industrielle Restverwertung ungeeignet, weil zu teuer – denn es sind hochwertige Bio-Eier. Der Bauer hat nämlich erst vor wenigen Jahren seinen Betrieb auf eine artgerechte Hühnerhaltung umgestellt. Womöglich fühlte er sich einfach zu alt, um den konventionellen Betrieb weiter aufrecht zu erhalten – seine eigenen Kinder wollten lieber im Büro arbeiten, als auf dem Feld oder mit Nutzvieh. Da hat er sich einfach dazu entschlossen, die Landwirtschaft soweit aufzugeben. Aus sentimentalen Gründen hält er sich jetzt aber halt noch Hühner. Da haben seine Frau und er wenigstens noch ein bisschen was zu tun. Die Hühner haben auf dem nun leeren Hof ja jetzt auch jede Menge Platz.

Wenn aber keiner die Eier oder die Hühner mehr kaufen will, ist diese Arbeit aber auch unwirtschaftlich – nur alleine der Hofladen reicht dann ja auch nicht. Also grübelt der Bauer darüber nach, das mit den Hühnern auch bleiben zu lassen. Aber seiner Frau gefällt der Gedanken nicht.

Die liebe Nichte will ihrer Tante da zur Seite springen. Wozu ist sie denn PR- und Marketing-Fachfrau, wenn sie Super-Bio-Eier und Hühner nicht im großen Stil verkauft bekommt? Eine gute Dosis menschlicher Hybris kann gut für Spannung sorgen. Hier kann sie sich also eine Medien-Kampagne überlegen oder mit Sterne-Köchen eine Allianz für besseres Essen schmieden.

Durch die gesamten Aktivitäten können sich aber auch herrliche neue Konflikte entspinnen. Nicht jedem gefällt es, wenn ein Bauer mit übergroßen Hühnereiern in der Zeitung steht. Zum Beispiel dann nicht, wenn die eigenen Hühner günstigenfalls Eier normaler Größe legen.

Ein übereifriger Veterinär-Beamter könnte an dieser Situation auch so seine Zweifel haben und es als Möglichkeit sehen, seinen unbändigen Arbeitswillen unter Beweis zu stellen, was sich dann ja vielleicht positiv auf die Karriere auswirkt?

Natürlich darf auch die persönliche Geschichte unserer Protagonistin nicht vergessen werden. Was hat sie in die aktuelle Situation gebracht? Hatte sie vielleicht Zweifel an ihrem Beruf? Sucht (und findet) sie vielleicht die große Liebe oder hat über ihren Beruf nur verlernt, in einer freundschaftlichen Art mit anderen Menschen umzugehen? Was nimmt sie aus der ganzen Geschichte sonst noch für ihr Leben mit? Tatsächlich interessieren sich Leser oder Zuschauer doch für die Geschichten über andere Leute, um sich vielleicht mit ihnen identifizieren zu können. Die Ereignisse um die Charaktere herum, sind nur das Vehikel, das diese Geschichte auf interessante Art zu transportieren hat.

Die Geschichte hat jetzt schon einmal einen ersten Rahmen. Natürlich müsste man jetzt tiefer in die Recherche zu den ganzen Sachverhalten einsteigen und sich auch Lebensläufe für die verschiedenen Charakter überlegen. Und man muss auch die Entscheidung treffen, in welcher Art und mit welchem Umfang diese Geschichte zu erzählen ist. Vielleicht hat hier ja jemand ein paar Euro auf der Seite liegen, um mich konkret mit der Ausarbeitung zu beauftragen 😉

Für einige Minuten kreativer Arbeit bin ich mit dem Ergebnis aber ganz zufrieden. Geschichten entwickeln klappt also noch. Und vielleicht ist das ja für den Leser dieser Zeilen auch Anregung, sich selbst eigene Geschichten auszudenken. Mich würde das freuen.

Ich vlogge wieder!

Vor einigen Jahren habe ich mich schon etwas auf YouTube umgetan und unter anderem immer wieder mal Vlogs veröffentlicht. Derzeit habe ich wieder mehr Lust darauf, Videos zu veröffentlichen, daher fange ich das jetzt wieder an.

Zudem wurde letzthin auch schon das eine oder andere Mal hinterfragt, ob ich denn wirklich so viel vom YouTube-Game verstehe, wie ich immer behaupte. Unerhört! Da muss ich doch glatt gegensteuern und mir als Ziel die 1.000 Abo-Marke setzen! Aber: hilft mir die Community dabei?

Das Video findet ihr unter https://youtu.be/kA-aKBgobXc, aber auch hier auf der Seite eingebettet